Informationen über Blutprodukte

Erythrozytenkonzentrat (EK)

Dieses enthält die Erythrozyten (roten Blutkörperchen) einer einzelnen Vollblutspende bzw. einer Apheresespende aufgeschwemmt in additiver Lösung. Der Hämatokrit (Zellgehalt) liegt bei 50 bis 70%, die Restplasmamenge beträgt weniger als 25 ml pro EK. Seit Einführung der Leukozytendepletion ist der Restleukozytengehalt bei unter 1 Mio weißer Blutkörperchen pro Blutkonserve.

Es handelt sich hier um das Standardpräparat bei Anämie (Blutarmut) und Blutverlust (z.B. durch Verletzungen oder Operationen).

Gefrorenes Frischplasma (GFP)

Es wird gewonnen aus einer Vollblutspende nach Abtrennen der Erythrozyten und des Buffy coat oder durch Apherese, einem speziellen Verfahren, in welchem während der Blutspende maschinell das Blutplasma gezielt abgesammelt wird.

Es enthält alle Plasmaeiweiße, die Gerinnungsfaktoren sowie die Antikörper des Spenders und ist geeignet zur kurzfristigen, globalen Substitution aller Gerinnungsfaktoren und -inaktivatoren und zur Substitution einzelner Faktoren, für die keine speziellen Faktoren-Konzentrate zur Verfügung stehen.

 

 

Thrombozytenkonzentrat (TK oder THK)

Es wird hergestellt als Pool -Thrombozytenkonzentat aus Buffy coats von 4-6 blutgruppengleichen Vollblutspenden in additiver Lösung oder aus Apheresespende eines einzelnen Spenders (Thrombozytapherese).

Thrombozytenkonzentrate dienen der Therapie der Thrombozytopenie (Mangel an Blutplättchen) bei primärer oder sekundärer Knochenmarksinsuffizienz oder nach starkem Blutverlust. Die Haltbarkeit beträgt nur 4 Tage, wobei die Produkte unter ständiger Bewegung bei 20 bis 24°C gelagert werden müssen.

Weitere Blutprodukte

Neben den oben genannten Standardpräparaten, die über die Blutbank des ZKT vertrieben werden, gibt es noch eine Anzahl weiterer Spezialpräparate für besondere Anwendungsbereiche. Nähere Details dazu finden Sie auf der  Öffnet einen internen Link im aktuellen FensterInformationsseite zu speziellen Blutprodukten.

 

Weiterhin zählen auch die sogenannten Plasmaderivate zu den Blutprodukten. Hierunter versteht man aus menschlichem Blutplasma pharmazeutisch hergestellte Medikamente, welche nur bestimmte Plasmabestandteile enthalten. Sie werden industriell produziert und über Apotheken vertrieben.

 

Am bekanntesten sind Humanalbumin, welches z.B. bei Eiweißmangel eingesetzt wird, Gerinnungsfaktoren zur Behandlung von Blutgerinnungsstörungen und Immunglobuline, die bei Immundefekterkrankungen Anwendung finden. Auch der in der operativen Medizin verwendete Fibrinkleber (biologischer Gewebekleber) gehört zur Gruppe der Plasmaderivate.